Florian Döling European Quartett

Für die sommerlichen Gartenkonzerte 2025 der Freiburger Musiker-Initiative Jazz am Schönberg hatte Florian Döling ein Quartett mit dem Posaunisten Uli Binetsch geplant, der aber leider absagen musste. An seine Stelle trat der junge spanische Saxofonist Juan José Cabillas.

Neben dem aus Cádiz in Andalusien stammenden Cabillas sitzt der gebürtige Tscheche Václav Pálka an den Drums und der Müllheimer Pianist Tilman Günther am Piano.

Auch wenn alle 4 Musiker aktuell in Basel und Freiburg leben, atmet dieses Quartett europäischen Geist, der sich aus den musikalischen Kinderstuben der Protagonisten speist und sich im Freigeist des Jazz zur vollen Blüte entfaltet.

Bereits in der ersten Probe "funkte" es zwischen allen Beteiligten, so dass Juan Jose Cabillas, der Zugang zu hochwertigen Recording-Equipment hatte, vorschlug, das zweite Zusammentreffen direkt mitzuschneiden. In 5 Stunden Aufnahmezeit entstanden am 12. August 2025 etliche Tracks, die durch ihre Frische, Energie und Spontanität im Zusammenspiel absolut überzeugten. Und so war es für Florian Döling nur folgerichtig, das Album Schwebend auf den Weg zu bringen. Das Album wird voraussichtlich im Juli 2026 auf Dölings Label anflow records erscheinen.

Das Live-Programm setzt sich - bis auf einen Song des Pianisten Tilman Günther - ausschliesslich aus Kompositionen des Bassisten zusammen und beeindruckt durch eine grosse, stilistische Bandbreite und abwechslungsreiche Grooves und Farben. Herausragend interpretiert von einer aussergewöhnlichen Besetzung.

Fotos Bandcollage: csk.de

Besetzung:

  • Juan José Cabillas (ESP) - Altsaxophon
  • Tilman Günther (D) – Piano
  • Václav Pálka (CZE) - Drums
  • Florian Döling (D) – Kontrabass

Album Schwebend- voraussichtlich ab Mitte Juli 2026 erhältlich

Ein Zyklus von sieben stilistisch vielfältigen Kompositionen des Kontrabassisten Florian Döling, interpretiert von einem trinationalen Quartett von Musikern, die in dieser Besetzung erstmals zu hören sind. Dass die vier Instrumentalisten dennoch völlig natürlich und wie jahrelang eingespielt zusammenwirken, zeigt trotz unterschiedlicher musikalischer Ursprünge nicht nur ihre tiefe Verwurzelung in der gemeinsamen großen Tradition des Jazz, sondern auch eine erstaunliche kreative Seelenverwandtschaft. Lassen die Stücke doch sehr viel Raum für den individuellen und spontanen Ausdruck jeder einzelnen der vier künstlerischen Persönlichkeiten, die ohne schöpferische Grenzen miteinander kommunizieren und ihr gemeinsames Anliegen in Klänge übersetzen.

Coverbild und Titelstück verweisen auf den Assoziationsraum hinter den Kompositionen: das aufgewühlte Meer symbolisiert für Florian Döling den Zustand einer krisengeschüttelten Welt am Rande verschiedenster, sich überlagernder Katastrophen. Die Möwen, die über dem unruhigen Wasser schwebend ihre Runden ziehen, stehen für die einzelnen Individuen auf der Suche nach der inneren Distanz, aus der ein seelisches Gleichgewicht und die Möglichkeit von Zukunftshoffnung überhaupt erst entstehen können. Diese beiden kontrastierenden Elemente werden als musikalisches Prinzip des Titelstücks eindrucksvoll hörbar.

Die weiteren Titel des Albums bauen diese Thematik aus. Die erste Komposition, „First Dawn“, gibt die Richtung vor: Sie imaginiert den Beginn eines neuen Zeitalters der Einheit zwischen der Natur und ihren Geschöpfen, als Gegenpol zu menschlichem Zerstörungswerk. „Iridescent Drops“ stellt der „Möwenperspektive“ aus der vorausgehenden Titelkomposition den konzentrierten Blick auf die winzig kleinen Wunder der Natur entgegen: glitzernde Tautropfen im Morgenlicht inspirieren zur Ehrfurcht vor der Schönheit des Planeten. Die Ballade „Lullaby“ im Zentrum des Albums lässt eine Sehnsucht nach Ruhe, Trost und Aufgehobensein erahnen, während die folgende Komposition „Go, Azazruk!“ rhythmisch vorwärtsdrängend einen Eindruck kämpferischen Getriebenseins hervorruft. „Somewhere“ und „Traumwelten“ schlagen den Bogen zurück zur Utopie einer besseren, harmonischeren Welt, die Vitalität, aber auch Heimat und Geborgenheit einschließt.

Eine Musik, die den Zustand des „Schwebens“ nicht als unsicheren „Schwebezustand“, sondern als positive, kraftvolle Seelenlandschaft interpretiert, von der frische Impulse für eine Vision der Einheit und Verbundenheit allen Lebens ausgehen können.                                             

Text: Ruth Mader-Koltay, April 2026

Juan José Cabillas ist ein leidenschaftliche und versierter Musiker aus Cádiz, Spanien. Bereits im zarten Alter von sieben Jahren verliebte er sich in das Saxophon. Seine Karriere als Musiker begann, als er eine formale Ausbildung am renommierten Königlichen Konservatorium Manuel de Falla erhielt.

Juan José Cabillas setzte seine musikalische Ausbildung am Musikene fort, der renommierten Musikhochschule des Baskenlandes in San Sebastián und realisierte dort mehrere erfolgreiche Projekte, darunter Juan José Cabillas with Strings, Ekhilore Quintet und Red Cheeks Quartet, mit denen er das Publikum in ganz Spanien begeisterte.

Besonders hervorzuheben ist, dass Juan José Cabillas 2019 mit einem Sinfonieorchester zusammenarbeitete, um sein Debütalbum unter dem Namen Juan José Cabillas with Strings aufzunehmen. 2021 setzte er sein Studium in der Schweiz fort und begann am Jazzcampus in Basel den Master of Arts in Musical Performance (Jazz Production/Performance). Ausserdem gründete er sein eigenes Quartett, mit dem er 2021 sein zweites Album veröffentlichte.

 

Tilman Günther studierte in München und lebt im südbadischen Müllheim, wo er auch geboren wurde.

Er spielte in verschiedenen Formationen wie z.B. der Thomas Heidepriem Group, dem Stafford James Trio, dem Zipflo Reinhardt Quartett, dem Rainer Pusch Quartett, dem Peter Bockius Quintett etc...

Darüber hinaus hatte Tilman Günther diverse Gastspiele in Europa und Asien mit Musikern wie z.B. Herbie Man, Paul Horn, Didier Lockwood, Birelli Lagrene, Silvain Luc, John Schröder, Nigel Kennedy, Philip Cathérine, Bill Elgart, Carla Cook, Dave Peterson, Tony Lakatos, Marcel Papaux, Wolfgang Engstfeld, Joris Dudli, Darek Oleszkiewicz, Gunter Hampel, Janusz Muniak, Leszek Zadlo etc...

Mit Florian Döling verbindet Tilman Günther eine über 3 Jahrzehnte anhaltende musikalische Zusammenarbeit und Freundschaft, die auf mehreren CDs dokumentiert ist, zuletzt auf der 2023 erschienenen Live-Duo-CD "Rede vom Glück", erschienen bei anflow records.

Václav Pálka, geboren 1992 in der Tschechischen Republik, ist Schlagzeuger, Komponist, Arrangeur und Pädagoge mit Wohnsitz in Basel, Schweiz. Neben seinem Schwerpunkt Jazz-Schlagzeug studierte er klassisches Schlagzeug, Komposition, Arrangement und Produktion in Dänemark, der Tschechischen Republik und der Schweiz.
Zu seinen jüngsten Projekten zählen verschiedene große Ensembles – This Is What's Love Big Band, Poens (selbstbetiteltes Album, erschienen 2020) und What's Love Large Ensemble (mit 7 Hornisten, einem Streichquartett und einer Rhythmusgruppe), ein Sextett, ein Quintett, ein Quartett und ein Quartett namens LOVE mit Lionel Loueke, Fabian Willmann und Lukas Thoeni.
Im Laufe der Jahre stand Václav Pálka mit Künstlern wie Sullivan Fortner, Mark Turner, Tineke Postma, David Virelles, Larry Grenadier, Jeff Ballard, Iva Bittova, Guillermo Klein, David Doruzka, Didrik Ingvaldsen, Sam Barnett, Melanie Scholtz und vielen anderen auf der Bühne und nahm mit ihnen Aufnahmen auf.